Über ein Vierteljahrhundert…

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Ursula Lamla gibt Amt als Vorsitzende des DFK-Kreisverband Ratibor auf

Eine der erfahrensten und engagiertesten Persönlichkeiten des Bezirksverbandes des Deutschen Freundschaftskreises (DFK) in Schlesien hat sich von einem Teil ihrer Aufgaben getrennt.

Ursula Lamla ist der AGMO e.V. seit den Anfängen des DFK in und um Ratibor herum bestens bekannt. Sie hat in der Zeit der politischen Wende 1989/90 gemeinsam mit Ihrem Mann die Strukturen vor Ort wesentlich mit aufgebaut. Den Eichendorff-Chor mit seinen hunderten Auftritten im In- und Ausland hätte es ohne sie wohl kaum gegeben. Aber auch die Ortgruppe des DFK Ratibor-Studen dürfte es manches Mal ohne den beherzten Einsatz Frau Lamlas sehr schwer gehabt haben, so lange, so erfolgreich im Sinne der deutschen Kultur in Oberschlesien zu wirken.

Eichendorff-Chor aus Ratibor-Studen

Unvergessen ist ihr großer persönlicher Einsatz bei der Einrichtung und dem jahrelang umkämpften Erhalt der „Zweisprachigen Grundschule Nr. 5 der deutschen Minderheit in Ratibor-Studen“. Im Wissen um die große Bedeutung eines frühestmöglichen, intensiven Erlernens der Muttersprache, kämpfte Sie gemeinsam mit dem Vorstand ihrer DFK-Gruppe und den Eltern der Studener Grundschüler über viele Jahre hinweg gegen die oftmals schikanösen Maßnahmen der gegnerisch eingestellten polnischen Bildungsbehörden im Bezirk Schlesien und besonders gegen eine Stadtverwaltung in Ratibor, die bis vor einiger Zeit nahezu jegliches Verständnis für die Bedeutung der Rechte anerkannter nationaler Minderheiten, wie der deutschen Volksgruppe in Oberschlesien, vermissen ließ.

Ursula Lamla ließ sich dadurch nicht von ihrem Einsatz abhalten und erreichte nicht nur, dass die Grundschule in Ratibor-Studen zur ersten und bisher auch einzigen offiziell so bezeichneten „Grundschule der deutschen Minderheit“ in Oberschlesien wurde. Mehr noch erkannte sie mit Weitblick die große Bedeutung ausreichender nachfolgender Schülerzahlen für den Erhalt der Grundschule in Studen als „Grundschule der deutschen Minderheit“. Die Bemühungen ihrer Arbeit konzentrierten sich deswegen auch darauf, den Kindergarten in Ratibor-Studen in eine zweisprachige Vorschule umwandeln zu lassen. Die ihr eigene Durchsetzungsfähigkeit trug mit dazu bei, dass Vor- und Grundschule ab dem Schuljahr 2015/2016 ein „zweisprachiges Schulzentrum“ bilden werden. Die neuen Grundschüler werden nun Jahr für Jahr bereits mit soliden Deutschkenntnissen den „Ernst des Lebens“ beginnen.

Protestaktion vor der Grundschule in Studen

Über Jahrzehnte hinweg konnte auch der Kreisverband des DFK in Ratibor nicht auf das Wissen, die Erfahrung und die Kenntnisse von Frau Lamla verzichten. Freilich häuften sich in der Vergangenheit Hindernisse und Probleme und solche Schwierigkeiten, die oftmals von außen in den Verband hineingetragen wurden. Derartige Unstimmigkeiten führten dazu, dass Ursula Lamla das Amt der Vorsitzenden des DFK im Kreis Ratibor nach Monaten zuvor erfolgter Ankündigung zum 1. Januar 2015 niederlegte und seit Anfang März nunmehr bis zur Neuwahl im Juni 2015 ein kommissarischer Vorstand die Geschicke des Kreisverbandes Ratibor leitet. Frau Lamla hofft, dass nach einer Phase der Unruhe und Turbulenzen der Kreisverband Ratibor wieder zu dem werden kann, was er über Jahrzehnte hinweg war: Ein Vorbild für andere Verbände der deutschen Volksgruppe in Oberschlesien.

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