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Historische Nebelschwaden - Die Anfänge der deutschen Volksgruppe in Schlesien

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Immer wieder wird berechtigterweise über die Geschichte der deutschen Volksgruppe in der (Volks)Republik Polen geschrieben. So sehr die historische Aufarbeitung in Aufsätzen und Artikeln in den unterschiedlichen Presseorganen zu begrüßen ist, so sehr sollten sich die jeweiligen Darstellungen an den historischen Tatsachen orientieren.

DFK Schlesien in Kreisau

An dieser Stelle tritt ein häufiges „meteorologisches“ Phänomen auf, welchem diejenigen Passagen der Geschichte der Deutschen in der (Volks-)Republik Polen zum Opfer fallen, bei denen die AGMO (e.V.) wesentlich mit Rat und Tat den in Entstehung begriffenen bzw. ab 1990 neugegründeten Verbänden geholfen hat: Der Nebel der geschichtlichen Erinnerung.

An der Basis weiß man es häufig besser

Viele DFK-Aktivisten an der Basis der Ortsgruppen des Deutschen Freundschaftskreises (DFK) haben bis heute nichts vergessen und sprechen diesbezüglich deutlich ihre Wertschätzung und Anerkennung aus. In medienwirksam publizierten, weit verbreiteten Darstellungen jedoch, wie etwa dem Film zum 20-jährigen Bestehen des DFK in Schlesien oder in der Festschrift der Sozialkulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD Oppeln) zum 20. Gründungsjubiläum und anderen zuletzt erschienenen Artikeln jüngeren Datums so auch in der Zeitschrift „Schlesien heute“ wie die AGMO e.V., die etwa durch ihre Vorarbeit die schnelle, offizielle Registrierung der deutschen Vereinigungen in Schlesien bei polnischen Gerichten überhaupt erst ermöglichte, nicht erwähnt. Um den Nebel zu lichten, haben wir in unserem AGMO-Archiv nachgeschaut und interessante Originaldokumente aus den Jahren 1987 und 1990 gefunden.

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Das neue „ZWEISPRACHIG“ – Vom für und wider heutiger Bilingualität

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Vor wenigen Tagen stießen wir mehr zufällig als nach gezielter Suche auf einen englischsprachigen Artikel, der sich mit einem merkwürdigen Phänomen in Wales befasst. Der Autor, Dr. Simon Brooks, seines Zeichens promovierter Linguist, Publizist und aktiver Streiter für die walisische Sprache, hinterfragt in prägnanten Worten den Sinn der heute allerorten in Regionen mit ethnischen und kulturellen Minderheiten und Volksgruppen praktizierten sog. „Zweisprachigkeit“. Zum englischsprachigen Originalartikel gelangen Sie hier: http://www.gaidhlig.tv/post/136328340532/tv-subtitles-and-the-strange-death-of-the-welsh.

„‘Zweisprachigkeit‘ ist nicht länger mehr ein Mechanismus durch den eine ‘Minderheitensprache’ an Rechten gewinnt. Vielmehr führt ‚Zweisprachigkeit‘ die Minderheit mehr und mehr an die anglophone Norm heran.“

Zweck, Sinn, Mittel – Der gegenteilige Effekt mancher Zweisprachigkeit

Seit jeher hat die AGMO e.V. die Zweckdienlichkeit der bezüglich der deutschen Volksgruppe in der Republik Polen praktizierten „Zweisprachigkeit“ hinterfragt. Uns hat bei der Lektüre unterschiedlichster Verlautbarungen und dem Studium der real-existierenden „zweisprachigen“ Gegebenheiten am Ort in Oberschlesien öfters ein merkwürdiges Gefühl beschlichen.

"Zweisprachig sein", Bildquelle: www.babbel.com

Die Zweisprachigkeit, so wie sie von Politik und Verbänden in den letzten Jahren gefördert wurde, passte nicht so recht zu dem Bild, das man sich von einer sprachlich und kulturell selbstständigen deutschen Volksgruppe in Ost-Mitteleuropa macht und wie man es aus Ungarn oder Rumänien kennt. Vielmehr nährte sich der Verdacht, dass hier über den Pfad der Zweisprachigkeit im Endeffekt die Mitglieder der deutschen Volksgruppe an die polnischsprachige Norm herangeführt werden sollten. So wie Dr. Brooks es für die Waliser in Großbritannien beschreibt.

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„Das Leben aber ging weiter“ – Nachkriegskindheit in Oberschlesien

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Zuletzt haben wir häufiger darüber berichtet, dass die schriftlichen Ergebnisse der Arbeit der AGMO e.V. wichtige Grundlage für Ausarbeitungen externer Wissenschaftler darstellten. Nun hat ein Mitglied unserer gemeinnützigen Menschenrechtsorganisation, Jahrgang 1944, seines Zeichens altkatholischer Theologe, ein außerordentlich gut reflektierendes Werk über die Jahre seiner Kindheit im polnischen besetzten Oberschlesien nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs geschrieben.

Vorderseite des Buches von Dekan em. Urbisch

Es beginnt mit einer Einführung in die Geschichte der Region im Süden Oberschlesiens und des Dorfes Streitkirch (Borutin) aus dem der Autor stammt. Johannes J. Urbisch verwendet viel Liebe zum Detail darauf, die Lebenswirklichkeit jener Jahre, die für alle Menschen schwer, für ein deutsches Kind ohne Polnischkenntnisse jedoch doppelt schwer waren, dem Leser lebhaft zu schildern. Auch wenn die Perspektive des Autors eine der Rückschau und Rückbesinnung ist, vergißt er nicht, auf die Folgen der Vertreibung und der späteren, keineswegs freiwilligen Aussiedlung gerade der jungen, deutschen Bevölkerung seines Heimatdorfes einzugehen:

„Heute zählt Borutin weniger als 1000 Einwohner. Verglichen mit den 1970er Jahren hat sich die Einwohnerzahl damit fast halbiert [...] Das Tragische an dieser Auswanderungswelle ist, dass es meistens junge Familien und Alleinstehende sind, die den Weg in den Westen wählen. Das hat wiederum zur Folge, dass die Bevölkerung zum einen sehr stark überaltert und zum anderen der Anteil der deutschstämmigen Bevölkerung dadurch kontinuierlich geschmälert wird. Die noch vorhandenen ‚deutschen Spuren‘ in der Gesellschaft des Dorfes werden dadurch immer geringer.“

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Die gemeinnützige Gesellschaft wurde 1980 als Arbeitsgemeinschaft Menschenrechtsverletzungen in Ostdeutschland (AGMO) gegründet.
Die AGMO e.V. wurde im Jahre 1990 in das Vereinsregister eingetragen.